Hat der Sparbrief noch Zukunft?

Vor einigen Jahren wurden Festgeldanlagen von den meisten Banken kaum beworben. Für Privatanleger waren sie nur bedingt geeignet, da in der Regel sehr hohe Mindestanlagebeträge vorgeschrieben waren.

Es gab jedoch ein Produkt auf dem Markt, welches Ähnlichkeiten mit den heutigen Festgeldangeboten aufwies. Der Sparbrief war ein Papier mit fester Laufzeit, bei dem die Zinsen entweder jährlich ausgezahlt oder nach Ablauf der Anlage gesammelt gutgeschrieben wurden. Zusätzlich exisierte die abgezinste Variante, bei welcher die Zinsen vor dem Kauf abgezogen wurden.
Sparbriefe gab es mit Laufzeiten ab einem Jahr und teilweise schon ab 100 DM.
Die Höchstlaufzeit betrug zehn Jahre.
Der Zinssatz stand beim Kauf des Sparbriefes für die gesamte Laufzeit fest, wobei es Papiere mit jährlich steigenden Zinsen gab.
Der Sparkassenbrief war eine Sonderbezeichnug für Sparbriefe, die von Sparkassen ausgegeben wurden.

Bundesschatzbriefe sind Sparbriefen zwar ähnlich, stellen aber eine Besonderheit dar, da sie in einem begrenzten Umfang jährlich zurückgegeben werden können. Auf diese Weise verfügen sie über eine höhere Flexibilität als Sparbriefe und Festgeldanlagen und werden weiterhin von Kunden nachgefragt, denen die Möglichkeit der teilweisen Rückgabe wichtig ist.

Auch Sparbriefe werden weiterhin angeboten, jedoch nicht mehr von allen Banken.
In erster Linie Geldhäuser, die für ihr Festgeld Angebot hohe Mindesteinlagen fordern, bieten den Sparbrief als Alternative für kleinere Beträge an.
Zahlreiche Banken haben den Sparbrief jedoch abgeschafft und verweisen bei entsprechender Nachfrage auf ihre Festgeld-Angebote. Für den Anleger macht es tatsächlich wenig Sinn, einen schlechter verzinsten Sparbrief zu kaufen statt einen Festgeld-Vertrag abzuschließen.
Dass es sich nominell bei Festgeld um einen Sparvertrag und beim Sparbrief um eine Mischform aus Sparvertrag und Anlagepapier handelt, hat für den Anleger keine Relevanz.